"Landesschau Mobil" dreht in Holzgerlingen

aus der Kreiszeitung / Böblinger Bote vom 10.02.2017

Die Schreinerei Dannecker in Holzgerlingen ist Teil der SWF-Sendung "Landesschau Mobil" in der kommenden Woche

Hoher Besuch vom Fernsehen in Holzgerlingen: Eine Köchin und ein Pferdehof werden von SWR-Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein unter die Lupe genommen, eine Gardetänzerin und eine Schreinerei. Und die schönen und weniger schönen Ecken des Städtchens. Ab Montag in der "Landesschau Baden-Württemberg".


Text: Hans-Dieter Schuh / Foto: Hans-Dieter Schuh

HOLZGERLINGEN. "Wir haben noch schnell bei der Renovierung vom Büro Gas gegeben", sagt Schreinermeister Thomas Maurer von der Schreinerei Dannecker dem Mann von der Zeitung. Und die große Werkstatt in der Klemmert, im Herz Holzgerlingens, von wo aus man einen wunderschönem Blick ins Tal Richtung Schönaich hätte, wenn man nicht arbeiten müsste, wurde gründlichst ausgekehrt zur Vorbereitung des hohen Besuchs vom Fernsehen. Zum Schrecken von Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein, die der Kamera lieber eine Werkstatt zeigen würde, die in Sägespäne ersauft: "Sieht aus wie nach dr Kehrwoch'", meint sie trocken. So ist das halt in einer schwäbischen Firma.

Seit elf Jahren schnuppert Sonja Faber-Schrecklein mit dem "Landesschau-Mobil"-Team durchs Ländle, immer ganz nah dran an Land und Leuten, und drechselt an Porträts großer und kleiner Ortschaften. Beim SDR hat die gebürtige Esslingerin vor 26 Jahren angefangen. Geschichten und Geschichtchen aufzusaugen, hat sie bei der Esslinger Zeitung von der Picke auf gelernt, und das macht sie im Prinzip immer noch. Nur jetzt halt für ein großes Fernsehpublikum. Eine Woche drehen, eine Woche schneiden, das ist im größten Teil des Jahres ihr Arbeitsrhythmus. Heraus kommen müssen am Ende aus zirka fünf Stunden Material für fünf vier Minuten lange Beiträge für die "Landesschau" von Montag bis Freitag und ein 30-Minuten-Film am sechsten Tag.

Die Moderatorin hat sich mit der Firma Dannecker die älteste Werkstatt Holzgerlingens und dazu natürlich einen Ur-Holzgerlinger vor die Kamera geholt. Gestern morgen stehen die beiden Chefs, Thomas Maurer (58) und sein Sohn Heiko Maurer (26), Rede und Antwort. Im Jahr 1896 hat "Konrad Binder 1" die Werkstatt in der Klemmert gegründet und begonnen, im Vollerwerb als Schreiner zu arbeiten. Zuvor schon hatte er an der Burg Kalteneck möglicherweise einen Schuppen gehabt oder auch einen größeren Auftrag. Konrad Binder wurde damals für Auswärtige und Kunden mit der Ziffer eins belegt, weil es noch einen zweiten Schreiner gleichen Namens gab in der Ziegelhofstraße. Mit seiner Frau Maria hatte Konrad Binder die Tochter Marta, die dann einen Dannecker geheiratet hat. Den Namen hat die Schreinerei bis heute trotz rechtlicher Probleme behalten, auch als der Familienname in Maurer überging.

Heiko Maurer, Schreinermeister und außerdem staatlich geprüfter Gestalter für Möbel und Innenraum, vertritt also die fünfte Generation. Was Papa Thomas glücklich macht: "Heiko hat mir im letzten Jahr zum Geburtstag geschenkt, dass er weitermacht." Meister Heiko Maurer unterstreicht das: "Wir entscheiden gemeinsam. Wichtig ist, zu gucken, was das Bestmögliche ist für die Kunden." Wobei er sich reiflich überlegt hat, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten: "Sechstagewoche mit zehn bis zwölf Stunden: Das muss man erst mal wollen."

Regieanweisung: "Schnaufa, schaffa on schwätza gleichzeitig"

Am "Set" in der Werkstatt, wo unter den Augen des Kameramanns zwei alte Balken an der Hobelmaschine bearbeitet und dann vom Chef zusammengeleimt werden, führt Sonja Faber-Schrecklein das Kommando, ebenso charmant wie schwäbisch. "Zeigen Sie mal Ihre weiblichen Gene", sagt sie zu Thomas Maurer, der ihr vor der Kamera seine Arbeit erklären soll: "Schnaufa, schaffa und schwätza gleichzeitig." Meister Maurer hat damit kein Problem.

"Wir sind schwerpunktmäßig im Möbelbau unterwegs." Vor allem für Privatkunden mit Holzarbeiten vom Keller bis unters Dach. Bei Schlafzimmermöbeln "sind wir extrem stark", aber auch bei Restaurierungen. Die Sieben-Mann-Firma - einschließlich Firmenchefin Sabine Maurer im Büro - ist gut ausgelastet, angetrieben von ihrem Chef mit Herzblut: "Wenn wir Möbel machen oder schöne Türen, dann geht einem das Herz auf", bekennt er ungefragt.

Wie gesagt: Zu sehen sind die Szenen aus der Schreinerei sowie Ortsgeschichte(n) von Hauptamtsleiter Werner Lenz und vielen mehr nächste Woche von Montag bis Freitag in der "Landesschau Baden-Württemberg" im SWR-Fernsehen ab 18.45 Uhr. Und am Samstag, 19. Februar, in der 30-minütigen Komplettfassung "Landesschau Mobil Holzgerlingen", ebenfalls ab 18.45 Uhr.


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